Yannick Kalff

Herzlich Willkommen!

Ich bin spezialisiert auf die Schnittstellen von Arbeits- und Wirtschaftsforschung, Technologieeinführung und Nachhaltigkeit, stets mit einem mitbestimmungssensiblen Ansatz. Mit einer gewissenhaften und genauen Arbeitsweise entwickle ich wissenschaftlich fundierte, evidenzbasierte Lösungen, die verlässlich als auch nachhaltig sind.

Dr. Yannick Kalff presenting research findings at the CSEDU2025 conference
Credits: Katharina Simbeck
09. Juli 2026

Neue Veröffentlichung

Podcast-Folge: »Modern Times – Emanzipation – Macht – Technik«

Der mosaik Podcast hat eine neue Folge veröffentlicht, in der Host Raphael Deindl mit Madeleine Böhm, Sebastian Sevignani und mir über die aktuelle Sonderausgabe der PROKLA spricht. Wir diskutieren zentrale Fragen zu Emanzipation, Macht und Technologie in der heutigen Welt – von der Rolle von Datenextraktion und KI bis zu den Möglichkeiten emanzipatorischer Technikforschung.

03. März 2026

Neue Special Issue veröffentlicht

Zusammen mit Madeleine Böhm, Mariana Schütt, Sandra Sieron und Ingo Stützle: »Editorial: Emanzipation – Macht – Technik«. In: PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaften 222. Jg. 65, H. 1. S. 4-16.

… In diesem Heft geht es uns darum, das Verhältnis von »Emanzipation« und »Technik« unter veränderten, zeitdiagnostischen Parametern wie der zunehmenden Bedeutung von Datenextraktion und der Automatisierung von Arbeit, insbesondere in Form generativer, hochskalierbarer KI-Systeme, anhand relevanter gesellschaftlicher Problemfelder materialistisch auszuloten (vgl. Flatschart 2017). Dazu werden Voraussetzungen und Formen effektiver Emanzipation durch Technik und widersprüchliche Bewegungen zwischen partieller und allgemeiner herrschaftsminimierender Vergesellschaftung herausgearbeitet (im Sinne von Weiss 1997). Denn, wie bereits angeklungen, bestehen Technologien nie einfach aus »Mitteln«, sie müssen in »Mittel-Zweck«-Zusammenhängen gedacht werden und sind Ausdruck davon, welche Problemsicht sich innerhalb gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse durchgesetzt hat, welche »Probleme« es zu lösen galt und gilt – und welche ausgeklammert blieben.

Conceptual visualization of AI-based recruiting recommender systems showing user interface elements and explainability features
26. September 2025

Neue Veröffentlichung

Zusammen mit Katharina Simbeck: „Explained, yet misunderstood: How AI Literacy shapes HR Managers' interpretation of User Interfaces in Recruiting Recommender Systems"

AI-based recommender systems increasingly influence recruitment decisions. Thus, transparency and responsible adoption in Human Resource Management (HRM) are critical. This study examines how HR managers' AI literacy influences their subjective perception and objective understanding of explainable AI (XAI) elements in recruiting recommender dashboards. In an online experiment, 410 German-based HR managers compared baseline dashboards to versions enriched with three XAI styles: important features, counterfactuals, and model criteria. Our results show that the dashboards used in practice do not explain AI results and even keep AI elements opaque. However, while adding XAI features improves subjective perceptions of helpfulness and trust among users with moderate or high AI literacy, it does not increase their objective understanding. It may even reduce accurate understanding, especially with complex explanations. Only overlays of important features significantly aided the interpretations of high-literacy users. Our findings highlight that the benefits of XAI in recruitment depend on users' AI literacy, emphasizing the need for tailored explanation strategies and targeted literacy training in HRM to ensure fair, transparent, and effective adoption of AI.

Conceptual visualization of AI-based recruiting recommender systems showing user interface elements and explainability features
7. April 2025

Neue Veröffentlichung

„Biokunststoffe als Nachhaltigkeitsversprechen: Versprechen und (Ent-)Täuschungen eines ‚technological fix‘ in Deutschland“

Biokunststoffe haben sich als ein Hoffnungsträger für nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen, erdölbasierten Kunststoffen etabliert. Biokunststoffe geben ein Nachhaltigkeitsversprechen, die Probleme von Kunststoffen – Abfallbelastung, Emissionen sowie Erdölabhängigkeit – technisch zu lösen. Das macht sie zu einem technological fix, der für schwierige Herausforderungen relativ einfache technische Lösungen empfiehlt, dabei jedoch die komplexe Wirklichkeit außer Acht zu lassen droht. Der Beitrag zeigt empirisch, dass die Enttäuschungen der Biokunststoffe nicht nur technische Ursachen haben, sondern auch aus vernachlässigten gesellschaftlichen, sozialen, ökonomischen oder ökologischen Faktoren resultieren. Diese reichen von materiellen Eigenschaften der frühen Biokunststoffe, Monokulturen und Flächenkonkurrenz nachwachsender Rohstoffnutzung bis zu ihrer ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit. Aus technischem Nachhaltigkeitsversprechen und enttäuschten Erwartungen der Biokunststoffe wird deutlich: Ein technological fix scheitert, denn er ist an die Pfadabhängigkeiten fossiler Kunststoffe gebunden. Ohne soziale Innovationen der gesellschaftlichen Kunststoffnutzung sind diese Pfade kaum zu verlassen.

Illustration representing bioplastics research and sustainability challenges in materials science
3. April 2025

Neue Veröffentlichung

Zusammen mit: Linda Fernsel und Katharina Simbeck: „Audits for Trust: An Auditability Framework for AI-based Learning Analytics Systems“

Audits contribute to the trustworthiness of Learning Analytics (LA) systems that integrate Artificial Intelligence (AI) and may be legally required in the future. We argue that the efficacy of an audit depends on the auditability of the audited system. Therefore, systems need to be designed with auditability in mind. We present a framework for assessing the auditability of AI-integrating systems in education that consists of three parts: (1) verifiable claims about the validity, utility and ethics of the system, (2) evidence on subjects (data, models, or the system) in different types (documentation, raw sources and logs) to back or refute claims, (3) means to validate evidence such as technical APIs, monitoring tools, or explainable AI principles must be accessible to auditors. We apply the framework to assess the auditability of the Learning Management System Moodle, which supports an AIintegrating dropout prediction system. Moodle’s auditability is limited by incomplete documentation, insufficient monitoring capabilities, and a lack of available test data.

Visual representation of AI auditability framework for learning analytics systems with trust and transparency elements
17. Januar 2025

Angenommener Beitrag zur CSEDU'25

Zusammen mit: Linda Fernsel und Katharina Simbeck: „Audits for Trust: An Auditability Framework for AI-based Learning Analytics Systems“

CSEDU 2025 conference banner showcasing computer science education themes
29. November 2024

Neuer Beitrag für „Das Scheitern des grünen Kapitalismus“

Mit Technologie die Welt retten? Biokunststoffe im grünen Kapitalismus

Auf Kunststoffe kann die Gesellschaft nur schwer verzichten. Jede, die einmal bewusst versucht hat, im Alltag Verpackungen, Tüten oder Verbrauchsgegenstände aus Plastik zu vermeiden, kann den Nachweis selbst erbringen. Gleichzeitig sind die negativen Folgen unserer Kunststoffabhängigkeit spürbar: Der Großteil der Kunststoffe wird aus Erdöl hergestellt und trägt unmittelbar zu Klimawandel und Schadstoffemissionen bei. Der zunehmende Plastikmüll in der Umwelt führte ab den 1970er Jahren zu einem wachsenden Umweltbewusstsein. Ende der 1980er Jahre machte die Entdeckung des Greater Pacific Garbage Patch, einer gigantischen Abfallinsel im Pazifik, Kunststoffe auch zu einem internationalen Problem, das sich seitdem durch Nachweise von Mikro- und Nano-Plastikpartikeln in Gewässern und Lebewesen weiter zugespitzt hat. Biokunststoffe versprechen, die beiden zentralen Probleme von konventionellen Kunststoffen zu lösen: Erdölverbrauch und damit verbundene Emissionen sowie ihre Rückstände am Ende ihres oft kurzen Lebens. Biokunststoffe eröffnen der Gesellschaft eine nachhaltige Option auf Kunststoff, ohne auf die Vorzüge eines leichten, günstigen und vielseitigen Materials verzichten zu müssen.

Book cover: 'Das Scheitern des grünen Kapitalismus' (The Failure of Green Capitalism) published by Campus Verlag
05. April 2024

Neue Veröffentlichung

Zusammen mit Hendrik Brunsen, Agnes Fessler und Hajo Holst: Arbeiten in bioökonomischen Produktionsprozessen: Eine qualitative Analyse von Arbeit und Beschäftigung in Chemie, Landwirtschaft und Pharmazie

Während in politischen Papieren zur Bioökonomie eine Arbeitswelt mit hoch qualifizierten Tätigkeiten und nur wenig sozialem Regulierungsbedarf entworfen wird, fällt ein empirischer Blick in die Betriebe differenzierter aus : Die Bioökonomie ist nicht nur von enormen Wissens- und Flexibilitätsanforderungen geprägt, sondern wird auch von einer Vielzahl von Tätigkeiten in Laboren, Produktion, Ernte oder Logistik, einer hohen Arbeitsintensität sowie von atypischer Beschäftigung mitgetragen. Eine gelingende bioökonomische Transformation setzt die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen auf allen Qualifikationsniveaus sowie die Wertschätzung von Erfahrungswissen und manueller Arbeit voraus.

Conceptual image representing bioeconomic production processes in chemistry, agriculture, and pharmaceuticals
21. September 2023

Neue Veröffentlichung

Die Real-Utopie soziokratischer und demokratischer Wirtschaftsorganisationen – Ergebnisse einer qualitativ-explorativen Untersuchung

Soziokratische und demokratische Organisationen sind Real-Utopien, die umfassende Entscheidungs- und Gestaltungskompetenzen in die Hände aller Beschäftigter legen. Der Artikel fragt anhand der Ergebnisse einer qualitativ-explorativen Studie mit 13 Expert:innen- und Beschäftigteninterviews, wie das Spannungsverhältnis zwischen Realität und Utopie praktisch aufgelöst wird. Die Beschäftigten betreiben durch Selbstorganisation commoning und gestalten Strukturen, Regeln und Prozesse reflexiv nach ihren Bedürfnissen. Organisation wird zum Commons, das von allen Beschäftigten genutzt wird und ihre Tätigkeiten rahmt. Das Konzept der Real-Utopie verdeutlicht, dass neben progressiven Erwartungen auch reale Bedingungen und Grenzen reflexiv gelöst werden müssen.

Abstract visualization of sociocratic and democratic organizational structures with emphasis on self-organization
28. August 2023

Neue Veröffentlichung

Rezension zu »Kapitalismus und Kapitalismuskritik«, hrsg. von Mirela Ivanova, Helene Thaa, Oliver Nachtwey

Sammelbände zu rezensieren ist eine etwas sperrige Angelegenheit. Je nach Thema kommen verschiedenste Beiträge zusammen, die den Gegenstand eigenständig vermessen, diskutieren oder kritisch beleuchten – und die erst einmal für sich stehen. Der hier vorliegende Band macht dabei keine Ausnahme: Kapitalismus und Kapitalismuskritik deutet im Titel bereits an, dass ein weites Feld bestellt werden soll – entsprechend vielfältig könnten die Beiträge, die Denklinien und theoretischen Traditionen und zuletzt auch auf persönlicher Ebene die Beitragenden sein, was tendenziell eine produktive wissenschaftliche Kontroverse verspricht. Als Ringvorlesung angelegt, coronabedingt als Podcast digital zugänglich gemacht und nun schließlich verschriftlicht, liegen in diesem Sammelband insgesamt 14 Beiträge von Autor:innen aus den Sozial-, Politik- und Geschichtswissenschaften sowie aus der politischen Ökonomie vor. Gerahmt werden diese Beiträge von einer Einführung der Herausgeber:innen in die Kernbestandteile des Buches („Was ist Kapitalismus?“, „Was ist Kritik?“).

Book cover: 'Kapitalismus und Kapitalismuskritik' edited by Ivanova, Thaa, and Nachtwey
1. Juni 2023

Fellowship

am DFG-Forschungs-Kolleg »Zukünfte der Nachhaltigkeit« an der Universität Hamburg

In meinem dreimonatigen Gastaufenthalt am Kolleg widme ich mich einer genaueren Untersuchung technologischer fixes als Lösungen für Nachhaltigkeitsprobleme und frage insbesondere nach der Rolle von Lock-ins, polit-ökonomischen Pfadabhängigkeiten und den Grenzen ihrer Tragfähigkeit. Techno-fixes 4 Future? das werde ich mich in den nächsten Wochen genauer fragen.

10. Dezember 2022

Neue Veröffentlichung

zusammen mit Yalcin Kutlu: Beschäftigtenvorbehalte gegen digitale Assistenzsysteme: Konfliktquellen und partizipative Technikgestaltung im soziotechnischen System.

Digitale Assistenzsysteme zielen vorrangig auf situative Probleme des Shopfloors. Ihre Einführung findet im Spannungsfeld zwischen Unternehmensstrategie und betrieblicher Mitbestimmung statt und kann bei den Beschäftigten Vorbehalte, Ablehnung oder Konflikte hervorrufen. Daher wird regelmäßig auf die Bedeutung der Beschäftigtenbeteiligung für erfolgreiche Einführungsprozesse hingewiesen, um Reibungspotenzial zu vermeiden. Jedoch bleibt die beteiligungsorientierte Praxis eine Leerstelle. Der Beitrag stellt den Einführungsprozess eines digitalen Assistenzsystems in der Montage eines Maschinenbauunternehmens dar, der durch direkte Beschäftigtenbeteiligung und den Einbezug des Betriebsrats auf die Befürchtungen der Facharbeiter*innen einging und sie in die Gestaltung des Systems einbezog. Die Beschäftigtenperspektive wurde zum Ausgangspunkt der sozialen Einbettung technologischer Veränderung. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Vorbehalte gegenüber Digitalisierungsprozessen aus einer Verlängerung innerbetrieblicher Konflikte um die Deutung des Arbeitssystems entstehen und auf konkret gemachte Erfahrungen im Betrieb verweisen, die die Einführung adressieren muss.

Visualization of digital assistance systems in manufacturing and employee participation processes
3. Februar 2022

Neue Veröffentlichung

Karl Polanyi und die gesellschaftliche Entbettung der Kryptowährungen

Ein kurzer Sammelbandbeitrag im Rahmen der Reihe »10 Minuten Soziologie« (hrsg. von Katharina Block, Anne Deremetz, Anna Henkel & Malte Rehbein) in dem Karl Polanyis Entbettungsthese auf den Gegenstand der Kryptowährungen angewendet wird.

Book cover: '10 Minuten Soziologie' featuring essays on contemporary sociological topics
13. Januar 2022

Neue Veröffentlichung

Managing projects as a mode of temporal ordering. Performative organising of time and temporality in projects

Project studies analyse either managing practices or the temporal nature of project management, which leaves open a research gap: the temporality of managing practice. The paper demonstrates that performativity theory with a temporal perspective helps us to understand how managing a project organises limited temporal resources by aligning activities, deadlines or milestones to reach a goal in a given time. The article utilises empirical data and grounded theory methodology. Ten interviews with project managers from two companies support empirically guided theory building and conceptual reasoning. The article extends John Law's “modes of ordering” to a project-specific mode of temporal ordering. This mode of temporal ordering describes the underlying rationale of project managers who assign, order and materialise time to generate the temporal structure of the project. The conceptual nature of the paper and its limited empirical data restrict the generalisation of the findings. The article's goal is to initiate further research and to offer a set of tools for such research. The contribution links managing practice and temporality in a performativity approach. This link focusses the actual actions of the managers and contextualises them in the temporal flow of the project. Managing projects as a mode of temporal ordering describes how project managers enact temporal structures and how they themselves and their activities are temporally embedded.

Abstract diagram illustrating project management temporal ordering and time structures